Persischer Teppich / Persian carpet (antik)
6.710,00 €
Reg.-Nr.: 1011
Größe / Size: 212 x 152 cm
Material / Flor: Wolle
Kette / Base: Baumwolle / cotton
Farben / Colours: pflanzlich / plants
Design / Design: Jagdmotiv / figurativ, Jagdszene
Herstellungstechnik / Weaving technique: handgeknüpfter Teppich / handmade pile carpet
Knüpfdichte / Knot density: 250.000/m²
Alter / Age: ca. 100 Jahre / 100 years old
Herkunft / Origin: Iran
Original Teppiche von persischen Nomaden und Meisterwerkstätten
Moderne Designerteppiche
Direktimport aus dem Iran, reiche Auswahl
Die Jagdszene auf diesem Teppich ist nicht nur dekorativ, sondern entspringt einer sehr alten persischen Tradition erzählerischer Bildwelten. Solche Motive sind oft mit Geschichten aus dem berühmten Epos Shahnameh verbunden, das um das Jahr 1000 vom Dichter Ferdowsi verfasst wurde. Dieses Epos erzählt von Königen, Helden, Jagden und Schlachten und ist eines der wichtigsten Fundamente der persischen Kultur.
Auf Ihrem Teppich ist im Mittelfeld eine lebhafte Jagdszene dargestellt. Reiter auf Pferden jagen Tiere, darunter Hirsche, Gazellen und vermutlich auch Löwen oder Wildkatzen. Die Jagd war in der persischen Tradition nicht nur Sport, sondern ein Symbol königlicher Macht, Mut und Herrschaft über die Natur. Könige und Helden wurden oft als geschickte Jäger gezeigt, weil die Jagd auch militärisches Können und die Fähigkeit zu regieren bedeutete.
Die Komposition der Szene ist sehr dynamisch. Die Reiterfiguren sind über die gesamte Fläche verteilt und erzeugen ein Gefühl von Bewegung. Die Pferde galoppieren in verschiedene Richtungen, die Jäger spannen Bögen oder halten Speere, und die Tiere fliehen durch eine stilisierte Landschaft mit Blumen und Pflanzen. Diese Erzählweise ähnelt stark dem Stil persischer Miniaturen, die zur Zeit des Safawidenreichs Handschriften schmückten. Solche Miniaturen entstanden in Kunstzentren wie Isfahan, Tabriz und Kashan.
Der farbliche Grundton des Teppichs ist gold-ocker, was den Eindruck einer sonnigen Landschaft oder eines herbstlichen Jagdplatzes erzeugt. Auf diesem hellen Grund sind die Figuren sehr klar erkennbar. Die Kleidung der Reiter ist farbenfroh – Rot, Blau, Grün – und betont ihren Status und ihre Individualität. Die Pferde sind in unterschiedlichen Farben und Haltungen dargestellt, was das Gefühl von Lebendigkeit und Bewegung verstärkt.
Um die zentrale Erzählung liegt eine breite Bordüre mit reichen Arabesken, Palmetten und floralen Motiven. Dieser Rahmen wirkt ähnlich wie ein Bilderrahmen. Während die Mitte voller Aktion und Erzählung ist, schafft die Bordüre ein dekoratives Gleichgewicht und verbindet den Teppich mit der langen Tradition persischer Ornamentgestaltung.
Solche figürlichen Teppiche sind im Grunde textile Erzählungen. Statt abstraktem Ornament zeigen sie eine Geschichte oder eine idealisierte Szene königlicher Jagd. Deshalb betrachten Sammler sie oft fast wie textile Gemälde. Jagdmotive sind besonders mit der Kunst der Safawidenzeit verbunden, als Isfahan die Hauptstadt des Reiches und eines der größten Kunstzentren der Welt war.
1. Thema und Erzählcharakter
Das Hauptmotiv ist eine klassische Jagdszene. Der Teppich wirkt nicht nur als dekoratives Objekt, sondern als visuelle Erzählung.
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Action und Dynamik: Die Szene ist voller Bewegung – galoppierende Pferde, gespannte Bögen, Jäger mit Schwertern und wilde Tiere (Löwen, Hirsche, Gazellen) auf der Flucht oder im Kampf.
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Höfische Eleganz: Die Jäger tragen traditionelle adlige Gewänder mit Turbanen, was auf den aristokratischen Ursprung des Motivs hinweist, das Macht, Mut und Können feiert.
2. Farbpalette
Die Farben sind warm, erdig und wirken sehr harmonisch:
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Dominanter Hintergrund: Das Mittelfeld ist in einem satten senfgelben oder goldenen Ton gehalten, der ein sonniges Wüsten- oder Steppengefühl erzeugt.
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Kontrastierende Bordüren: Dunkelblau (Indigo) und Braun in den Bordüren rahmen die helle Mitte ein und verleihen ihr Tiefe.
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Details: Der Einsatz von Rot, Hellblau und Grün in der Kleidung der Reiter sorgt dafür, dass einzelne Figuren aus dem Hintergrund „hervortreten“.
3. Komposition und Muster
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Die gesamte Fläche ist mit Details gefüllt. Zwischen größeren Figuren finden sich kleine Blüten, Vögel und kleinere Tiere – typisch für hochwertige Orientteppiche.
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Gebundene Bordüre: Die Außenränder sind außergewöhnlich komplex. Man erkennt wiederkehrende Motive von Gesichtern oder Masken, verflochten mit Ranken, was dem Teppich einen Hauch von Mystik und alter Symbolik verleiht.
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Perspektive: Wie bei persischen Miniaturen ist die Perspektive „flach“ – die Figuren sind übereinander angeordnet, statt in der Ferne kleiner zu werden, wodurch ein reiches Bildgewebe statt realistischer Tiefe entsteht.
4. Verarbeitung und Materialien: Wolle
Knüpfung: Es handelt sich um eine sehr dichte Knüpfung, da die Linien von Gesichtern und Tieren recht präzise sind.
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Antiker Charme: Leichte Farbunregelmäßigkeiten (sog. Abrash) und eine natürliche Patina verleihen dem Teppich eine authentische antike Ausstrahlung, die Geschichte und Prestige vermittelt.
Die Ästhetik dieses Teppichs ist maximalistisch, königlich und lehrreich. Er ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich textile Kunst mit Malerei verbindet. In einem Raum wirkt ein solcher Teppich wie ein zentrales Kunstobjekt, das den Blick anzieht und dazu einlädt, jeden einzelnen Knoten im Detail zu entdecken.
| FARBE (Grundfarbe) | braun/erdig, mehrfarbig |
|---|---|
| MATERIAL | Wolle |
| FORM | rechteckig |
| GRÖSSE (ca.) | 200 x 150 |
