Persischer Teppich Täbris / Persian carpet Tabriz
10.980,00 €
Reg.-Nr.: 1063
Größe: 199 x 150 cm
Material / Pile: Wolle, Seide / wool, silk
Kette / Base: Baumwolle / cotton
Farben / Colours: pflanzlich / plants
Design / Design: floral / floral
Herstellungstechnik / Weaving technique: handgeknüpfter Teppich / handmade pile carpet
Knüpfdichte: 640.000 m/2
Herkunft / Origin: Iran
Original Teppiche von persischen Nomaden und Meisterwerkstätten
Moderne Designerteppiche
Direktimport aus dem Iran, reiche Auswahl
Die Stadt Täbris liegt 600 km westlich von Teheran und ist die Hauptstadt der Provinz Ost-Aserbaidschan. Die dort lebenden Aserbaidschaner sind die zahlreichste ethnische Minderheit im Iran und sprechen einen türkischen Dialekt. Täbris ist eine antike Stadt, die seit Jahrhunderten eine wichtige Handelsposition im Grenzgebiet einnimmt. Sehr bekannt sind die Blaue Moschee und der Große Basar.
Hochwertige Täbris-Teppiche haben kurze und feste Knoten. Charakteristisch ist das Muster mit einem zentralen Medaillon (persisch: Torandj), umgeben von Arabesken, Ranken oder Zypressen (Boteh-Motiv). Ein weiteres bekanntes Motiv ist das der vier Jahreszeiten. Manchmal werden auch die bedeutendsten persischen Dichter wie Saadi, Hafez, Firdausi und Omar Khayyam in den Teppich eingeknüpft.
Seit Jahrtausenden ist Täbris ein Treffpunkt verschiedener Kulturen, und sein Basar ist einer der wichtigsten Handelsplätze an der ehemaligen Seidenstraße. Der Große Basar liegt im Stadtzentrum und besteht aus mehreren kleineren Basaren wie dem Amir-Basar (Schmuck, Gold), Mozzafarieh (Teppiche) und vielen anderen. Seine größte Blütezeit erlebte die Stadt während der Safawiden-Dynastie im 16. Jahrhundert, als Täbris die Hauptstadt des Safawiden-Reiches war. Die Safawiden-Dynastie förderte die Kunst; in dieser Zeit entstanden unschätzbare Meisterwerke, die heute in allen bedeutenden Museen der Welt (New York, London, Paris, Wien) zu bewundern sind.
Die Safawiden-Dynastie, benannt nach sufischen Muslimen aus Ardabil im Nordwesten Irans, nahm den schiitischen Islam an, einte das Land erneut und förderte die künstlerische Entwicklung. Unter ihrer Herrschaft erlebte die persische Kunst eine wahre Renaissance. Kalligrafie, Malerei, Lederkunst, Architektur und die Teppichknüpferei florierten. In dieser Zeit entwarfen persische Hofhandwerker, Maler und andere Künstler faszinierende Teppichmuster und -motive, die bis heute nachgeahmt werden. Die Meisterwerke der safawidischen Hofknüpfer waren so vollendet und raffiniert, dass es bis heute nur wenigen gelungen ist, die ursprünglichen Safawiden-Motive exakt zu reproduzieren. Diese Meister schufen in jener Zeit etwa 1.500 Hofteppiche, von denen viele Weltruhm genießen. Safawiden-Könige wie Schah Tahmasp und Schah Abbas gründeten Hofwerkstätten für die Teppichherstellung in Städten wie Kaschan, Isfahan, Täbris, Qazvin, Kerman und an vielen anderen Orten des damaligen Persiens.
Die Tagebücher europäischer Reisender wie Jean Tavernier und Jean Chardin (17. Jahrhundert) sind eine hervorragende Quelle für Einblicke in die damalige Teppichherstellung. Perserteppiche begannen, die europäischen Märkte zu erobern. Einer der bekanntesten Teppiche dieser Ära ist der Anfang des 16. Jahrhunderts gefertigte Ardabil-Teppich. Aufgrund seiner prachtvollen Farben, Muster und der extrem feinen Seidenfäden gilt er als eines der größten Meisterwerke unter den älteren erhaltenen geknüpften Teppichen. Im 19. Jahrhundert wurde er von einem britischen Unternehmen erworben und für damals 2.000 Pfund an das Londoner Victoria & Albert Museum verkauft, wo er noch heute bewundert werden kann. Seine Maße betragen 11,53 x 5,34 m. Hinsichtlich seiner Herkunft gehen die Expertenmeinungen auseinander: Einige vertreten die These, er sei in Ardabil gefertigt worden, andere tippen auf Maschhad, was jedoch keinen Einfluss auf den Wert des Teppichs hat. Im unteren Teil des Teppichs befinden sich die Signatur des Meisters und ein Vers des großen persischen Dichters Hafez. Schah Abbas bestimmte Isfahan zu seiner Hauptstadt (zuvor Ardabil) und sorgte dafür, dass sie zum Zentrum aller Künste wurde. Es wurden Paläste und Moscheen errichtet, die von den fähigsten Meistern und Künstlern vollendet wurden. Er gründete auch eine Hofwerkstatt für Teppiche, in der nicht nur für den Schah, sondern auch für die Arbeitsräume und Wohnungen der Hofbeamten produziert wurde. Der Ardabil-Teppich veranschaulicht die interessante Entwicklung persischer Teppiche im 15. und 16. Jahrhundert. Mit seinem zentralen Medaillon und den Spiralen erinnert er an die Miniaturen auf Buchdeckeln jener Zeit. Ebenso erinnert er durch die präzise Musterung und die vollendeten Designs an die Miniaturen des Safawiden-Hofes. Ein weiterer interessanter Teppich aus dieser Zeit ist im Wiener Museum zu sehen. Er wird als „Jagdteppich“ bezeichnet, da er ein Jagdmotiv darstellt. Dieses Motiv ist ein Klassiker persischer Teppiche des 16. Jahrhunderts, da Schahs und Prinzen gerne als tapfere Jäger zu Pferd dargestellt wurden. Auf dem Teppich sieht man einen Jäger, der mit Bogen und Speer Leoparden, Antilopen und sogar Bären jagt. Der gesamte Teppich ist aus Seide gefertigt und misst 6,80 x 3,29 m. Experten vermuten, dass der Teppich in Kaschan unter der Leitung des gelernten Malers Sultan Muhammad, einem Schüler des berühmten persischen Malers Behzad, gefertigt wurde.
| FARBE (Grundfarbe) | rosa/lila |
|---|---|
| MATERIAL | Wolle, Seide |
| FORM | rechteckig |
| GRÖSSE (ca.) | 200 x 150 |
